Archiv 2015

Filme

Koktebel Stones

Donnerstag, 1. Oktober 2015, 12:00
Filmtheater „Sarja“, Prospekt Mira, 43
Regie Andrei Osipow, Russland, 2014, 90 Min.
Im Anschluss Filmgespräch mit dem Drehbuchautor Odelscha Agischew.
Die Geschichte des Städtchens Koktebel im Osten der Krim ist eng mit der Geschichte des sogenannten Silbernen Zeitalters der russischen Dichtkunst verbunden. Berühmte Autoren wie Maximilian Woloschin, Waleri Brjussow, Andrei Bely, Alexei Tolstoi verbrachten viele Sommer in Koktebel. Ihre sehr unterschiedlichen Geschichten formen ein schimmerndes Mosaik, das die literarische Geschichte von Koktebel offenbart.

Das Dach der Welt

Donnerstag, 1. Oktober 2015, 17:00
Kunstraum „Worota“, Litovskiy val 61
Regie Wladimir Jerofejew, UdSSR, 1928, 60 Min.
Der Film wird vom Filmhistoriker Naum Kleiman präsentiert.
Eine Expedition begibt sich auf den Weg durch das Pamir-Gebirge. Auf der Reise von Osh in Kirgisistan über den Hindukusch, bis hin nach Duschanbe werden die Einheimischen gefilmt. Diese werden bei verschiedenen Tätigkeiten, wie der Suche nach Gold oder dem Opium-Konsum in Tadschikistan oder dem Konsum von Molkereiprodukten in Kirgisistan gezeigt. In den entlegenen Gebieten wird jedoch auch die neue Sowjet-Herrschaft mit Schulen und Lenin-Büsten zunehmend präsenter. Der Dokumentarfilm zeigt eine Region im Umbruch, die sich jedoch noch nicht vollständig von den alten Traditionen gelöst hat. (Quelle: goEast Festival.)

Hotel Bellevue

Freitag, 2. Oktober 2015, 12:00
Kunstraum „Worota“, Litovskiy val 61
Regie Claire Walka, Deutschland, 2014, 25 Min.

Der Dokumentarfilm begibt sich auf eine bewegende Zeitreise bis in die frühen 60er Jahre. In Interviews und poetischen Bildern wird das Hotel Bellevue in der ehemaligen „Zonengrenzstadt“ Lauenburg/Elbe portraitiert – ein Familienbetrieb zwischen Tradition und Wandel. Seit drei Generationen erleben die Timms dort alle Höhen und Tiefen: Bombige Feste wie den Tanztee, scharenweise hungrige, teilweise sogar prominente Transitreisende, die Grenzöffnung vor 25 Jahren oder den Strukturwandel, der die Stadt immer mehr ins Abseits drängt. Der Juniorchef und seine brasilianische Frau sind fest entschlossen, das Original 60er Jahre Ambiente des Hotels zu erhalten, doch sie müssen auch den wachsenden Ansprüchen unterschiedlichster Gäste gerecht werden.

Der Fährmann und seine Frau

Freitag, 2. Oktober 2015, 12:25
Kunstraum „Worota“, Litovskiy val 61
Regie Johanna Huth, Deutschland, 2014, 37 Min.

Im spärlich besiedelten, südwestlichen Mecklenburg-Vorpommern lebt ein Fährmann zusammen mit seiner Frau am Ufer der Elde. Seit 70 Jahren bringt er mit seinem kleinen Boot Passanten über den Fluss, so wie zuvor sein Großvater. Der Film portraitiert das Zusammenleben des ungleichen Paares, das dennoch wie Pech und Schwefel zusammenhält.

Das Atlantis des russischen Nordens

Freitag, 2. Oktober 2015, 19:00
Filmtheater „Sarja“, Prospekt Mira, 43
Regie Sofia Gorlenko, Russlans, 2015, 72 Min.
Die Regisseurin Sofia Gorlenko und der Drehbuchautor Gleb Kuznetsow sind anwesend.
Dieser Film widmet sich der Schönheit des russischen Nordens, seiner einzigartigen Holzarchitektur und den Menschen, die diese bewahren wollen. Die Macher des Films sind sich sicher, dass der russische Norden ein einzigartiger und unterschätzter Teil des russischen Erbes ist, der vom Untergang bedroht ist. Die bestimmenden Merkmale dieser Region, einschließlich der Holzarchitektur, des Lebensstils der ländlichen Bevölkerung und der Religion, stehen nun den scheinbar unaufhaltsamen Kräften der Globalisierung gegenüber. Das macht den Einheimischen zu schaffen. (Quelle: Russia Beyond.)

Die letzte Limousine

Samstag, 3. Oktober 2015, 14:30
Kunstraum „Worota“, Litovskiy val 61
Regie Darja Chljostkina (Klasse von Marina Razbezhkina), Russland, 2013, 73 Min.

Michail, Andrei, Nina, Wladimir, Nadja und Ljuda arbeiten beim Moskauer Lichatschow-Automobilwerk (ZIL). Sie alle – Leiter, Ingenieure, einfache Arbeiter – sind mit dem unerbittlichen Niedergang des Werks konfrontiert und klammern sich an eingefahrene Routinen. Als sie den Auftrag bekommen, drei Limousinen zu produzieren, die einzeln handgefertigt werden und in sowjetischen Zeiten das Herzstück jeder Militärparade auf dem Roten Platz waren, versucht das Team von handverlesenen Spezialisten zu zeigen, was es wert sind.

Mama

Samstag, 3. Oktober 2015, 16:00
Kunstraum „Worota“, Litovskiy val 61
Regie Lidija Schejnina (Klasse von Marina Razbezhkina), Russland 2013, 28 Min.

Die Hauptprotagonistin ist 96. Sie hat jahrelang ihr Haus nicht mehr verlassen. Sie weiß nicht, welcher Tag heute ist. Sie erinnert sich nicht mehr genau, wer von ihren Angehörigen noch am Leben ist. Gewöhnlich würde man denken, sie friste ihr Dasein. In der Tat aber ist ihr Leben voller Bedeutung und Emotionen – der Wechsel der Jahreszeiten vor dem Fenster, Sorgen um Angehörige, selbst wenn sie schon lange nicht mehr auf der Welt sind, und unendliche Zärtlichkeit für die Menschen um sie herum.

Zusammen

Samstag, 3. Oktober 2015, 16:30
Kunstraum „Worota“, Litovskiy val 61
Regie Denis Shabaev, Russland, 2014, 52 Min.
Der Regisseur ist anwesend.
Denis Shabaev und seine neunjährige Tochter Anna auf einer mehrtägigen Autofahrt durch Deutschland und Skandinavien: Raststätten, Spielplätze, Hotelzimmer, Landstraßen bei Tag und bei Nacht. Essen, Schlafen, Arbeiten, Spielen, Kuscheln – unentwegt filmen sich die beiden gegenseitig. Eingestreut mal ein Radiohead-Song und immer wieder Fragmente ihrer zum Teil sehr philosophischen Gespräche. Wohin führt die Reise? – Zu Pippi Langstrumpf? Zur Großmutter? Anna muss eine schwierige Entscheidung treffen … Irgendwo zwischen Tagebuch und Experimentalfilm angesiedelt, ermöglicht Shabaevs Debütfilm einen faszinierenden Einblick in die ebenso komplizierte wie zauberhafte Welt eines Kindes. (Quelle: goEast Filmfestival.)

Beyond the Fear

Samstag, 3. Oktober 2015, 19:30
Kunstraum „Worota“, Litovskiy val 61
Regie Herz Frank und Maria Kravchenko, Lettland / Russland, 2014, 86 Min.
Der Film wird von der Regisseurin Maria Kravchenko und dem Filmhistoriker Naum Kleiman präsentiert.
Der Film erzählt eine Geschichte von Liebe, Neuanfang und der Unmöglichkeit, immer füreinander da zu sein. Eine Geschichte, die genauso spannend enden wird, wie sie begonnen hat.

German Short Film Night

Samstag, 3. Oktober 2015, 22:30
Kunstraum „Worota“, Litovskiy val 61
Präsentiert von der KurzFilmAgentur Hamburg.

"„On Air“, Regie Robert Nacken
Zwei Lebenskünstler kapern eine Livesendung des öffentlichen-rechtlichen Hörfunks samt Moderatorin und Studiogast, um ihre politische Meinung kundzutun. Der größte Widerstand erfolgt allerdings nicht von außerhalb des Studios, vielmehr sind es die unterschiedlichen Weltanschauungen, die sich als eigentliche Hürde erweisen.

„Bär“, Regie Pascal Floerks
Die Vergangenheit meines Großvaters war immer sehr gegenwärtig. Sie konnte plötzlich zum Vorschein kommen durch etwas, das er sagte oder tat, aber gesprochen hat er darüber nie. Erst jetzt, durch die Beschäftigung mit seinem Leben und seiner Persönlichkeit spüre ich das Gewicht seines Erbes.

„Däwitt“, Regie David Jansen
Ein Wolfskind, eine Katze, ein Engel. Der im Stil des Holzschnitts animierte Film erzählt die Geschichte von Däwit, der vor der Gewalt des Vaters gerettet wird und weit ab unter Wölfen aufwächst. Nach einer rätselhaften Reise voller Entbehrungen auf der Suche nach seiner eigenen Identität, findet er Frieden in der Vergebung.

„90 Grad Nord“, Regie Detsky Graffam
Ein groteskes modernes Märchen über einen Geschäftsmann, der von einer entlegenen blutrünstigen Verkehrsinsel verführt wird.

„Herman the German“, Regie Michael Binz
Herman ist einer der erfahrensten Bombenentschärfer Deutschlands. Nach einer ärztlichen Untersuchung erfährt er, dass er unter dem seltenen Kahnawake-Syndrom leidet, das dafür sorgt, dass bei ihm die Emotion ›Angst‹ nicht mehr abgerufen wird. Er ist gezwungen, sämtliche Phobien der Welt auszuprobieren, um wieder normal zu werden."

Deckname Pirat

Sonntag, 4. Oktober 2015, 14:30
Kunstraum „Worota“, Litovskiy val 61
Regie Eric Asch, Deutschland 2014, 94 Min.
Der Film wird vom Produzenten Martin Rehbock präsentiert.
Durch einen Zufall fand der Regisseur Eric Asch Kopien aus der Stasi-Akte seines Vaters, die schließlich zum Auslöser der Arbeiten an diesem Film wurden. Die Vorwürfe im Eröffnungsbericht der Akte: Agent eines imperialistischen Geheimdienstes sei Bob Asch gewesen, Beziehungen zu westlichen Geheimdiensten gebe es schon seit den 1950er Jahren. Auf den Spuren seines Vaters reist Eric nach Tübingen, Berlin und Frankfurt und in die USA. Besuche auf dem Hochsicherheitsgelände des Defense Language Institute im kalifornischen Monterey, der National Security Agency (NSA) in Washington oder des Wende Museums in Los Angeles sind nur einige Stationen dieser weiten Reise in die Vergangenheit. „War mein Vater ein Spion? Und überhaupt: Wer war mein Vater?“ – diese Fragen stehen im Zentrum dieses sehr persönlichen Films.

Das verschwundene m

Sonntag, 4. Oktober 2015, 17:00
Kunstraum „Worota“, Litovskiy val 61
Regie Maria Hemmleb, Deutschland, 2014, 75 Min.

Maria Hemmlebs persönlicher Film über ihren Bruder Lukas ist auch eine Hommage an die universelle Sprache des Theaters. Lukas Hemleb – ein international gefragter Opern- und Theaterregisseur – verlässt mit 14 Jahren sein Elternhaus und schlägt sich allein durchs Leben. Durch einen Besuch bei seiner Lieblingsschwester Maria in London kommt er mit Straßentheater in Berührung und ist begeistert. Nun kennt er seine Bestimmung: das Theater. Am Anfang stehen Regieassistenzen bei Peter Stein und Luc Bondy. Eine außergewöhnliche Karriere, bei der nicht nur das zweite „m” aus seinem Namen verschwindet, sondern auch die enge Bindung an seine Schwester. Jahre später begleitet Maria Hemmleb ihren Bruder zu Proben u.a. in Moskau und Taipeh, wo er tief in Sprache und Kultur eintaucht, um direkt mit den Schauspielern zu kommunizieren. Nur Maria gegenüber wirkt er zurückhaltend und lässt Erinnerungen erst nach und nach zu. Dank alter Fotos und Filmaufnahmen gelingt es der Regisseurin zurückzuholen, was die beiden einst verbunden hat. In dem Spannungsfeld zwischen Kindheitserinnerungen und aktuellen Inszenierungen entsteht das Porträt eines außergewöhnlichen Theatermachers, der immer wieder neue kulturelle Horizonte erforscht.

Schnee von gestern

Sonntag, 4. Oktober 2015, 19:30
Kunstraum „Worota“, Litovskiy val 61
Regie Yael Reuveny, Deutschland / Israel, 2013, 96 Min.
Die Regisseurin ist anwesend.
Die Geschwister Michla und Feiv'ke sind die einzigen Überlebenden der jüdischen Familie Schwarz aus Wilna. Nach dem Krieg verpassen sie sich am Bahnhof im polnischen Łódź. Jeder denkt, dass er der einzige Überlebende der Familie ist. Beide ziehen einen Strich unter ihre bisherigen Biographien, entscheiden sich für das Leben und gründen eigene Familien. Feiv‘ke unter dem Namen Peter Schwarz in Deutschland, ausgerechnet in dem Ort, in dem er im Arbeitslager war, und seine Schwester Michla in Israel. Ihren Kindern und Enkeln aber lässt das verpatzte Treffen keine Ruhe. Möglicherweise ist es wahr, dass Dinge sich an nur einem Tag entscheiden können, dass eine verlorengegangene Botschaft im Jahre 1945 zwischen einem Bruder und seiner Schwester das Leben vieler beeinflussen kann, über Jahrzehnte hinweg. „Schnee von gestern“ ist ein epischer Dokumentarfilm von der jungen Filmemacherin Yael Reuveny über Familiengeschichten, die vererbt werden wie die Farbe der Augen. Eine persönliche Reise zwischen Israel und Deutschland.

Events

Drehbuch-Workshop mit Odelscha Agischew

Donnerstag, 1. Oktober 2015, 11:30
Kunstraum „Kwartira“, Ulitsa Serzhanta Koloskova, 13
Ein Workshop mit dem Drehbuchautor und Regisseur Odelscha Agischew.





Runder Tisch „Dokumentarfilm heute“

Freitag, 2. Oktober 2015, 16:00
Kunstraum „Worota“, Litovskiy val 61
Eine Podiumsdiskussion mit den Gästen des Festivals. Moderiert von Arne Sommer, dem Ko-Leiter des Festivals und dem Leiter der Filmwerkstatt der Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein in Kiel.

Gäste und Teilnehmer

Maria Hemmleb

Regisseurin und Editorin
1955 geboren, lebt in Hamburg. Kunststudium in London, Arbeit in Trickfilmstudios. Studium an der Hochschule für bildende Künste Hamburg mit Schwerpunkt Film. Mitbegründerin der Produktionsgruppe thede, Hamburg.


Johanna Huth

Regisseurin
Wuchs in Ostberlin auf, studierte Europäische Ethnologie, Geschichte und Politikwissenschaft an der Humboldt-Universität zu Berlin und an der L‘Université Victor Segalen Bordeaux. Während ihres Studiums machte sie ihre ersten Kurzfilme für das Goethe-Institut Bordeaux und fuhr nach dem Magisterabschluss damit fort. Außerdem vertreibt sie Filme der Yangon Film School, organisiert das historisch erste Film Festival in Myanmar, das „Wathann Film Fest“, und unterrichtet an der MET Film School Berlin.

Yael Reuveny

Regisseurin
Geboren in Israel, studierte an der Sam Spiegel Film and Television School in Jerusalem und schloss ihr Studium 2005 ab. Seitdem lebt sie in Berlin. Yael Reuveny führte Regie und produzierte Dokumentarfilme für das Jüdische Museum Berlin. Auch war sie verantwortlich für die Videoinstallation „Jerusalem Variations“, die Teil der Ausstellung „My Name is Esperanza“ in Santander, Spanien war. Im Jahre 2009 machte Reuveny ihren ersten Dokumentarfilm fürs Kino „Erzählungen vom Verlorenen“. Für ihren Film erhielt sie zahlreiche Preise, unter anderem den Förderpreis der DEFA-Stiftung, den Short Documentary Award des Filmfestivals Jerusalem und den Discovery Award des Filmfestivals Cottbus.

Claire Walka

Regisseurin und Cutterin
1978 in Stuttgart geboren, studierte Film und audiovisuelle Medien an der Hochschule für Gestaltung Offenbach am Main und der Fakultat de Belles Arts Barcelona. Seit 2007 arbeitet sie freiberuflich als Regisseurin und Filmeditorin in Hamburg. Sie realisiert Kurzfilme ganz unterschiedlicher Genres, die auf internationalen Filmfestivals gezeigt und auch ausgezeichnet wurden. Claire Walka veröffentlicht außerdem Kurzgeschichten und Lyrik in Anthologien oder Zeitschriften.

Jytte Hill

Regisseurin, Kamerafrau




Jonas Amelung

Regisseur




Naum Kleiman

Filmhistoriker und Publizist
Naum Kleiman war Mitbegründer des namhaften Sergei-Eisenstein-Archivs, das er von 1967 bis 1985 leitete, gründete 1989 die Moskauer Cinemathek Musej Kino und übernahm ab 1992 auch deren Leitung. Seit 1988 unterrichtet er als Dozent an der New York University sowie der German Film and Television Academy Berlin und hält weltweit Vorträge. Er publizierte umfangreich zu Filmtheorie und Geschichte des sowjetischen und russischen Kinos, schrieb als Eisenstein-Spezialist zu dessen Werk und half an der Rekonstruktion seines Films Bezhin Meadow, The General Line und The Battleship "Potemkin". (Quelle: Kolleg-Forschungsgruppe Cinepoetics.)

Odelscha Agischew

Drehbuchautor, Regisseur





Denis Shabaev

Regisseur
Geboren 1980 in Moskau. Studierte Dokumentarfilmregie am das Gerassimow-Institut für Kinematographie (WGIK) und an der Schule für Dokumentarfilm und Dokumentartheater von Marina Razbezhkina und Mikhail Ugarov. „Zusammen“, sein mehrfach international ausgezeichneter Debütfilm, läuft im Programm des diesjährigen „Territorium Film“.

Sofia Gorlenko

Regisseurin




Gleb Kuznetsow

Drehbuchautor





Sergei Kornejew

Tonregisseur