Archiv 2017

Filme

Wiederkehr

Donnerstag, 14. September 2017, 19:00
Buchhandlung "Katharsis", Ulitsa General-Leytenanta Ozerova, 18
Regie Volker Koepp, Deutschland, 2017, 60 Min.
"Eine Veranstaltung zum 100. Geburtstag von Johannes Bobrowski in Kooperation mit dem Ostpreußischem Landesmuseum Lüneburg und dem Deutschen Generalkonsulat Kaliningrad.
Anschließend: Filmgespräch mit dem Regisseur Volker Koepp sowie dem Bobrowski-Forscher Sergej Moreino (Lettland)."
Vor 45 Jahren drehte Volker Koepp "Grüße aus Sarmatien", inspiriert vom ersten Gedichtband Johannes Bobrowskis, "Sarmatische Zeit" (1961). Seine Heimat, das Memelland, verwandelt Bobrowski in seiner Lyrik zu einem utopischen Raum ohne Grenzen, zu einer gemeinsamen Heimat der vielen Völker in ihr. Seit jenem ersten Film findet Koepp immer wieder neue Bilder für dieses Sarmatien, das dem Regisseur selbst zum Sehnsuchtsort geworden ist. Koepps Filme beschreiben die Gegenwart und das Leben an den großen östlichen Strömen und greifen dabei Bobrowskis Themen und Motive wieder auf. Es sind Filme über das Zusammenleben der Völker in jenen weiten Grenzgebieten, über das historisch elende 20. Jahrhundert, über Widerstand und Hoffnung, über Fortgehen und Wiederkommen. "Wiederkehr" wird so zum jüngsten Teil einer großen filmischen Suchbewegung, die sich immer wieder aktualisiert – und zum berührenden Zeugnis einer lebenslangen Verbundenheit zweier Künstler.

"Feierliche Festivaleröffnung
Der Mann mit der Kamera "

Freitag, 15. September 2017, 19:00
Königsberger Dom, ulitsa Kanta, 1
Regie Dsiga Wertow, UdSSR, 1929, 68 Min.
"Mit Livemusikbegleitung von Ewgenij Awramenko (Orgel) und der Kaliningrader JamBand „Mudotronik“.
Der Film wird vom Filmhistoriker Naum Kleiman präsentiert."
"Dsiga Wertows Versuch, seine Theorien zu illustrieren und die Überlegenheit des Dokuments über die Inszenierung zu beweisen: Eine rasante Montage von Szenen aus den verschiedensten Bereichen des Stadtlebens vom Morgen bis zum Abend. Hauptakteur ist die Kamera mit ihren technischen Möglichkeiten, wobei der Zuschauer laufend über den Entstehungsprozeß des Films orientiert wird. Dank der formalen Virtuosität und der der rhythmischen Gliederung ist der letzte Stummfilm des russischen Regisseurs noch heute ein faszinierendes Dokument und zugleich eine Reflexion über die Verhältnisse zwischen wahrgenommener und gefilmter Wirklichkeit. (Quelle: Lexikon des internationalen Films, Filmdienst.de)

Mudotronik, das sind Vadim Chaly (Gitarre, Bass, Riddim), Danil Akimov (Syntheziser, Soundeffekte) und Adrey A. Kolomytzev aka StirliTZ (Keyboards, Melodica). Ihre Stilfusion aus Dub, Ambient, Modern Jazz, Surf und Krautrock haben sie „Mudotronica“ (von jap. „Muda“: Verschwendung, Abwesenheit von Sinn und Nutzen) genannt. Für die Filmvertonung von „Der Mann mit der Kamera“ verwenden Mudotronik Notizen von Dziga Wertow zur Struktur der Film-Symphonie."

Dänisches Gastprogramm der Filmwerkstatt Aarhus (Dänemark)

Samstag, 16. September 2017, 13:00
Loft „Garage“, ulitsa Garazhnaya, 2
Das Programm wird von Aage Rais Nordentoft, dem Leiter der Filmwerkstatt Aarhus präsentiert.

"„Rain on Canvas“
Regie Freja Nanadowa, Rohde Monney, Dänemark, 2017, 14:43 Min.
Eine Übernachtung zweier junger Menschen in einem Zelt – mit Humor und Ernst nähern sie sich der Frage, was es denn wäre, in einem Zelt dauerhaft zu wohnen.

„Boys“
Regie Sunniva Sundby, Dänemark 2015, 6:30 Min.
Eine Kurzdokumentation über einen Sommertag von Faroer Jugendlichen. Mopeds tunen, an der Tankstelle rumhängen und auf dem Friedhof arbeiten…

„Come Closer“
Regie Isabel Bilde, Dänemark, 2017, 13:32 Min.
Ein Treffen zwischen Isabel und Sayed – was als ein journalistisches Portrait beginnt, wird schnell zu einer Liebeserzählung…

„Driving to Thule“
Regie Tommy Flavin, Dänemark, 2015, 7:15 Min.
Kurzfilm über einen Faroer Teenager, der nachts aus lauter Langeweile über die Insel fährt. Dabei denkt er über seine Vergangenheit und Zukunft nach.

”Little Panda”
Regie Kasper Skovsbøl and Amalie Næsby, Dänemark, 2010, 15 Min.
Die Kälte bricht herein, und ein Pandabärenrudel macht sich auf den Weg in den Süden. Ein kleiner Panda hat seinen Vater aus den Augen verloren und kehrt zurück, um ihn zu finden. Der Vater versackte in einem gefährlichen Sumpf. Währenddessen wird die Nacht immer dunkler und kälter."

Ostajem – Ich bleibe hier

Samstag, 16. September 2017, 14:30
Loft „Garage“, ulitsa Garazhnaya, 2
Regie Maja Bahtijarević, Johanna Jannsen, Deutschland, 2016, 27 Min.
Anschließend Filmgespräch mit Maja Bahtijarević.
Junge Menschen in Bosnien und Herzegowina haben bei Weitem nicht die Möglichkeiten, sich zu verwirklichen wie jemand, der die Chancen der westlichen Welt genießt. Filmemacherin Maja Bahtijarević ist während des Bürgerkriegs mit ihren Eltern aus dem ehemaligen Jugoslawien nach Deutschland geflohen, ist hier aufgewachsen und hat hier ihr Leben aufgebaut. Knapp 25 Jahre nach der Flucht spricht sie in ihrer alten Heimat mit Stefan, Jelena und Pedja, jungen Menschen ihrer Generation. In „Ich bleibe hier.“ zeigen die Drei: Auch, wenn der Weg lang und steinig sein mag, und der Realismus ein ständiger Begleiter ist – mit genug Hoffnung und Idealismus kann es auch dort eine Perspektive geben.

Convictions (Убеждения)

Samstag, 16. September 2017, 14:30
Loft „Garage“, ulitsa Garazhnaya, 2
Regie Tatjana Chistova, Russland/Poland, 2016, 63 Min.
Die Regisseurin Tatjana Chistova und der Produzent Maciek Hamela sind anwesend.
"Eine Komödie über gute Menschen in einer kniffligen Situation. Eine freie und dokumentarfilmische Umsetzung einer Geschichte vom braven Soldaten Schwejk. Als Schwejk den Untersuchungsraum betritt, in dem er auf seinen Geisteszustand geprüft werden soll, sieht er ein Kaiserporträt an der Wand. Darauf hin ruft er aus: „Es lebe Kaiser Franz Joseph I.!“. Die Gerichtsmediziner, die weisen und gelehrten Männer, kommen zu dem Schluß, dass er ein Vollidiot ist.
Ausgezeichnet bei DOK Leipzig 2016, Artdocfest 2016 (Russland) und Olhar de cinema 2017 (Brasilien). Gezeigt bei GoEast 2017, ZagrebDox 2017 (Chroatien), One World (Tschechien), BelDocs (Serbien), Millenium Docs Against Gravity (Polen), FID Marseille (Frankreich), KoreaQueerFF (Korea), Window to Europe (Russland)."

Katastrophe (Катастрофа)

Samstag, 16. September 2017, 19:30
Loft „Garage“, ulitsa Garazhnaya, 2
Regie Alina Rudnizkaja, Russland, 2016, 55 Min.
Anschließend Filmgespräch mit dem Produzenten Leonid Nikitinski.
Der Film erzählt vom schweren Unglück, das sich am 17. August 2009 im Wasserkraftwerk Sajano-Schuschenskaja ereignete. Es ist dennoch keine Reportage vom Unglücksort. Die Geschehnisse werden durch die Erzählungen von Putzfrauen rekonstruiert, die am Unglückstag gearbeitet haben.

Litauisches Gastprogramm: Sharunas Bartas. An Army of One

Samstag, 16. September 2017, 21:00
Loft „Garage“, ulitsa Garazhnaya, 2
Regie Guillaume Coudray, Litauen/Frankreich, 2010, 51 Min.

Ein subjektives Porträt des berühmten litauischen Filmemachers Sharunas Bartas. Coudray traf Bartas vor zehn Jahren und sammelte seitdem dokumentarisches Filmmaterial, das er nun für seinen Film verwendete.

Tage der Jugend (Дни юности)

Sonntag, 17. September 2017, 13:00
Loft „Garage“, ulitsa Garazhnaya, 2
Regie Yulia Lokshina, Deutschland, 2016, 32 Min.
Die Regisseurin ist anwesend.
Die russische Insel Sachalin liegt im Nordpazifik, vor der Ostküste des Landes. Jeden Sommer findet dort mit staatlicher Unterstützung ein militär-patriotisches Lager für Jugendliche statt. Die Kinder üben den bewaffneten Kampf, lernen patriotische Lieder und werden im orthodoxen Glauben unterrichtet. Im Sommer 2015 feiert das Jugendlager 70 Jahre Sieg der Sowjettruppen im Zweiten Weltkrieg. Die Kinder spielen als Soldaten eine historische Schlacht nach. Der Film begleitet sie in ihrem Lageralltag bis hin zur großen Siegesfeier und erzählt von ihren Erfahrungen, Träumen und Hoffnungen. (Quelle: HFF München)

Franzosensand

Sonntag, 17. September 2017, 13:00
Loft „Garage“, ulitsa Garazhnaya, 2
Regie Dirk Peuker, Brigitte Nürnberg, Deutschland, 2015, 9 Min.

In einem Onlineforum bittet Abiturient "Bismarck99" seine Mitforisten um Rat. Für eine Schularbeit möchte er die Geschichte des ehemaligen “Adolf-Hitler-Koogs” auf den Grund gehen – eines Gebiets an der deutschen Nordseeküste in der Nähe von Dithmarschen. Prompt wird er von einem Hobbyhistoriker auf seine fehlerhafte Rechtschreibung hingewiesen. Doch Bismarck99 forscht weiter und geht so der Geschichte des Landgewinnungsprojekts der Nazi-Zeit nach. In ihren Werken untersuchen Bettina Nürnberg und Dirk Peuker wiederholt den Genius Loci von Orten, die in der NS-Zeit eine wichtige Rolle spielten. Mit Hilfe von Archivmaterial, Found Footage und Off-Texten wird ein Stück Geschichte rekonstruiert und hinterfragt.

In einer anderen Welt (В другом мире)

Sonntag, 17. September 2017, 13:00
Loft „Garage“, ulitsa Garazhnaya, 2
Regie Anna Bedyńska, Poland / Russland, 2016, 26 Min.
Die Regisseurin ist anwesend.
Ein Baby wird erwartet. Vorfreude. Wo liegt der Kopf, wo sind die Beine? Hier aber ist es anders. Kasia, die schon zwei Kinder und eine Karriere hat, muss sich entscheiden: Ihr Baby hat das Down-Syndrom. In Deutschland lassen neun von zehn Frauen dann abtreiben. Für die Katholikin Kasia schwer zu akzeptieren – ebenso wie die Option, es auszutragen. Über sechs Monate folgt die Razbezhkina-Schülerin Anna Bedyńska der Familie und rührt mit diesem Film an das letzte Tabu unserer perfekten Gesellschaft. (Quelle: DOK Leipzig, Grit Lemke.)

Musikunterricht (Уроки музыки)

Sonntag, 17. September 2017, 15:00
Loft „Garage“, ulitsa Garazhnaya, 2
Regie Irina Busina, Russland, 2016, 45 Min.
Die Regisseurin ist anwesend.
"Sasha ist 10 Jahre alt. Sie lebt mit ihrer Mutter und ihrem älteren Bruder in Moskau. Das Mädchen geht nicht zur Schule, weil sie den Lebensunterhalt ihrer Familie allein verdient, indem sie Geige auf Moskaus Straßen spielt. Dabei hat sie Geige spielen nie gelernt.
Eine Produktion der Schule für Dokumentarfilm und Dokumentartheater von Marina Razbezhkina und Mikhail Ugarov.
Festivalvorführungen: The Message to Man International Film Festival, Sankt Petersburg, 2016, Artdocfest, Moskau, 2016, Flahertiana, Perm, 2017."

Revue

Sonntag, 17. September 2017, 15:00
Loft „Garage“, ulitsa Garazhnaya, 2
Regie Urte Alfs, Deutschland, 2016, 14 Min.
Die Regisseurin ist anwesend.
Eine dokumentarische Bewegungsstudie über Volksfeste, Traditionen und Paraden in der deutsch- dänischen Grenzregion. Die fast hypnotischen Bilder zeigen den Stolz der Sportler*innen und die Leidenschaft der Musiker*innen. Die Heiterkeit der Gildebrüder endet im Erschauern über den Anblick militärischer Disziplin. Der Rausch der Lollfusser Schützen endet in der Seligkeit feiernder Dorfbewohner.

Variation for A Grand Piano (Вариации для Рояля)

Sonntag, 17. September 2017, 15:00
Loft „Garage“, ulitsa Garazhnaya, 2
Regie Maria Sorokina, Russland, 2017, 32 Min.
Die Regisseurin ist anwesend.
Das „Flügelrefugium“ ist eine weltweit einzigartige Iinitiative. Sie wurde von den Musikern Pjotr Ajdu, Aleksej Ljubimow und dem Restaurator Aleksej Stawizkij ins Leben gerufen. Das Projekt zielt darauf ab, Instrumente aus der Zarenzeit, die sonst dem Verschwinden geweiht wären, zu restaurieren und zu erhalten. Eine Geschichte vom Triumph der Musik über die Zeit.

Aus einem Jahr der Nichtereignisse

Sonntag, 17. September 2017, 15:00
Loft „Garage“, ulitsa Garazhnaya, 2
Regie Ann Carolin Renninger und René Frölke, Deutschland, 2017, 83 Min.

Willi lebt fast neunzigjährig, allein auf einem alten norddeutschen Dreiseitenhof. „Aus einem Jahr der Nichtereignisse“ ist die Beschreibung seiner sehr pragmatischen Lebenshaltung, in der Widerstände dazu da sind, überwunden zu werden. Die Beobachtung der alltäglichen Gegebenheiten und Hindernisse verschmelzen mit den wiederkehrenden Erzählungen weit zurückliegender Erlebnisse. Es entsteht ein Bild, das sich den gebliebenen Eindrücken seines Lebens nähert. Ein Film, der keine klassische, biographische Dokumentation ist, sondern sich auf assoziative Weise seinem Thema nähert. Gedreht mit einer alten Bolex-Aufziehkamera auf 16mm, geht er in Bild und Ton ungewohnt und experimentell mit der dokumentarischen Form um.

"Feierlicher Festivalabschluss
Kursmeldungen (Work in progress)"

Sonntag, 17. September 2017, 20:00
Loft „Garage“, ulitsa Garazhnaya, 2
Regie Rainer Komers, Deutschland, 2017, 30 Min.

Das Gedicht „Vogel Wolke Finger wir / schreiben ins Wasser“ wurde geschrieben von der großen Dichterin Sarah Kirsch. Gelesen wird es von ihrem Sohn Moritz in ihrem verwunschenen Haus am Eiderdeich. Ein essayistischer Streifzug durch von Bodenständigkeit wie von Weltoffenheit geprägte norddeutsche Küstenlandschaften und deren Widerhall auf eine von antagonistischen Tempi bewegte Welt. Das Land „zwischen den Meeren“ hat alles, wonach Stadtmenschen sich sehnen: Wellen und Wind, Strände und Gezeiten, „big sky“; alles was Stadtmenschen fürchten: Langsamkeit, Stille, Zartheit; alles was Stadtmenschen fehlt: Erfahrung, Landluft, Horizont.

"Feierlicher Festivalabschluss
Von Bananenbäumen träumen
"

Sonntag, 17. September 2017, 20:00
Loft „Garage“, ulitsa Garazhnaya, 2
Regie Antje Hubert, Deutschland, 2016, 92 Min.

"Die Bewohner eines kleinen Dorfes stemmen sich gemeinsam gegen den drohenden Niedergang und beschließen, Geld fürs Dorf zu verdienen – mit Gülle, afrikanischen Welsen und Bananenbäumen! Oberndorf ist ein Dorf im Mündungsgebiet der Elbe. Die Gemeindekasse ist leer, Arbeitsplätze sind rar, kleine Höfe werden aufgegeben. Doch einige Dorfbewohner wollen sich nicht mit dem drohenden Niedergang abfinden. Mit Hilfe von Berliner Projektentwicklern gründen sie eine Aktiengesellschaft und entwerfen ein außergewöhnliches Geschäftsmodell. Gülle (reichlich vorhanden) soll Energie und Wärme liefern für die Aufzucht von afrikanischen Welsen und Bananenbäumen! Die mutige Idee beflügelt immer mehr Leute: Einheimische und Zugereiste, Erwachsene und Kinder fangen an zu träumen und krempeln die Ärmel hoch. Doch dann soll die Schule geschlossen werden, und bis die ersten Fische kommen, ist es ein langer Weg ... Über einen Zeitraum von drei Jahren erzählt die Filmemacherin Antje Hubert von dieser kleinen, aber dynamischen Bewegung – getragen von ganz unterschiedlichen Menschen, die nach und nach nicht nur ihr Dorf, sondern auch sich selbst verändern.
Festivals: Nordische Filmtage Lübeck 2016, Internationales Filmfest Braunschweig 2016, Filmfest Schleswig-Holstein 2017, NaturVisionFilmfestival Ludwigsburg 2017 , Filmfestival „Der neue Heimatfilm“ in Freistadt/Österreich 2017. "

Events

Runder Tisch: Dokumentarfilm als Journalismus

Samstag, 16. September 2017, 17:00
Loft „Garage“, ulitsa Garazhnaya, 2

FestivalteilnehmerInnen, FilmemacherInnen aus Russland, Deutschland, Litauen und Polen diskutieren über das Verhältnis von Dokumentarfilm und Journalismus. Das Gespräch wird Leonid Nikitinskij moderiert, dem Journalisten, Autor und Redakteur der Zeitung „Nowaja Gaseta“.





Vortrag: Experimente in der polnischen Dokumentarfilmkunst der 1970-er Jahre»

Samstag, 16. September 2017, 18:30
Buchhandlung "Katharsis", Ulitsa General-Leytenanta Ozerova, 18
Ein Vortrag des Filmwissenschaftlers und Übersetzers Denis Viren. 
Die Veranstaltung ist von der Baltischen Filiale des Staatlichen Zentrums für Gegenwartskunst (GCSI) organisiert.

Gäste und Teilnehmer

Günther Hasenkamp

Mitarbeiter des Goethe-Instituts St. Petersburg
Geboren 1956 in Vechta. Anglistik- und Slawistikstudium an der Georg-August-Universität Göttingen, ein Teilstudium in England. Dissertation zum Schaffen von Walentin Rasputin. Seit 1989 am Goethe-Institut mit Dienstorten Budapest, München und Moskau, Almaty, Kairo und seit August 2017 in St. Petersburg.

Volker Koepp

Regisseur
In mehr als vierzig Jahren hat Volker Koepp über fünfzig Filme gedreht und wurde mit renommierten nationalen und internationalen Preisen bedacht. Er wurde ein Jahr vor Ende des zweiten Weltkrieges in Stettin geboren und wuchs in Ost-Berlin auf. In den 1970er Jahren, nach dem Regiestudium an der Deutschen Hochschule für Filmkunst in Potsdam-Babelsberg, entwickelte er sein filmisches Profil – feinsinnige Betrachtungen von Landschaften und Menschen. Sensibel fragt er seine Protagonisten nach Situationen, Geschichte, nach Heimat aus. Seit den 1990er Jahren erkundete er filmisch mehr und mehr das östliche Europa. Im Kaliningrder Gebiet drehte er unter anderem seine mehrfach ausgezeichnete Filme „Kalte Heimat“ (1995), „Kurische Nehrung“ (2001), „Holunderblüte“ (2007) und „In Sarmatien“ (2013).

Sergej Moreino

Autor und Übersetzer
Geboren 1964 in Moskau, lebt seit 1987 in Lettland. Moreino studierte Mathematik und Physik am Moskauer Institut für Physik und Technologie. Seit 1988 arbeitet er als freier Autor und Übersetzer. Autor von zahlreichen Fachpublikationen, Gedichten, Kurzprosa, Essays. Moreino übersetzt Lyrik aus dem Lettischen, Polnischen und Deutschen ins Russische und Lettische. Er ist mit mehreren internationalen Literatur- und Übersetzerpreisen ausgezeichnet. Seit 1991 ist er Mitglied des lettischen Schriftstellerverbands.

Fritz Hartthaller

Produzent





Aage Rais Nordentoft

Regisseur
Geboren 1969 in Aarhus, Dänemark. Nordentoft ist seit 2016 Leiter der Filmwerkstatt Aarhus. Er führte Regie bei „Anton“ (gezeigt bei der Berlinale 1996) und „2 ryk og en aflevering“ (Berlinale 2003). Nordentoft ist außerdem als Autor und Kommunalpolitiker bekannt.

Maja Bahtijarević

Regisseurin
Geboren 1986 in Banja Luka im ehemaligen Jugoslawien (heutiges Bosnien und Herzegowina). Lebt seit ihrem sechsten Lebensjahr in Deutschland. Nach dem Studium der Medien in Darmstadt und einem Auslandsaufenthalt machte sie ihren Master in Multimedia Produktion mit Schwerpunkt Journalismus in Kiel. Seit 2012 arbeitet sie als Journalistin beim Norddeutschen Rundfunk Schleswig-Holstein.

Johanna Jannsen

Regisseurin
Geboren 1992 in Flensburg. Jannsen studiert derzeit Multimedia Production an der Fachhochschule in Kiel. Während ihres Studiums konnte sie zahlreiche Filmerfahrungen sammeln, wobei sie sich besonders für die Kameraarbeit und das dokumentarische Erzählen begeistert. Neben regionalen Geschichten rund um Norddeutschland interessiert sie sich außerdem für relevante Themen im Ausland. Im Oktober 2016 nahm sie beim Filmcamp Galway Stories – Screen Talent Europe teil, bei dem der Dokumentarfilm “Mein Vater” / “M’athair” entstand, der ins Programm des Filmfests Schleswig-Holstein aufgenommen wurde.

Tatyana Chistova

Regisseurin, Produzentin
Geboren in St.-Petersburg. Absolvierte die St.-Petersburger Universität im Fach Philologie. Arbeitete als Regieassistentin beim Filmstudio Lenfilm. Anschließend absolvierte sie die Höheren Kurse für Filmregisseure in Moskau und ist seitdem als Drehbuchautorin und Regisseurin tätig. Unter ihrer Regie entstanden Filme „Convictions“, 2016 (ausgezeichnet bei DOKLeipzig und ArtDocFest); „Frau, frau where’s the road to Pillau?“, 2012; „Different Speeches“, 2010; „We will get married or I will call you up one day…“, 2008.

Maciek Hamela

Regisseur
Geboren 1982 in Warschau. 2004 erhielt er den Master-Abschluss in französischer Literatur an der Universität Sorbonne-Paris IV und 2008 den Bachelor-Abschluss in Filmregie an der EICAR, Paris. Er führte Regie bei den Kurzspielfilmen "Bonne chance" und "Le repas". Arbeitete als Regieassistent für BBC Paris, France 5 und Elzevir Films in Frankreich sowie als Reporter für One Heart Channel. Hamela lebt heute in Polen, wo er zusammen mit Bartek Gliński die Produktionsfirma Impakt Film gründete.

Antje Hubert

Regisseurin, Produzentin
Geboren in Celle. Studierte Bildende Kunst und Geschichte in Braunschweig und Kiel. 1993-1995 war sie Mitarbeiterin in der Filmwerkstatt der Kulturellen Filmförderung Schleswig-Holstein, Regieassistentin bei verschiedenen Dokumentarfilmprojekten. Seit 1996 ist sie freiberufliche Filmemacherin. Seit 2009 ist Hubert Mitglied im Hamburger Filmemacher-Kollektiv die thede, wo sie sich mit dem Aufbau des Filmverleihs und -vertriebs beschäftigt. Sie führte Regie bei „Das Ding am Deich“ (2012), „Das Dorforchester“ (2007), „Jetzt fahr’n wir übern See. Mütter und Kinder auf dem Kieler Waldhof“ (2003).

Rasa Miskinyte

Produzentin
Absolvierte die Litauische Akademie für Musik, Film und Fernsehen sowie das European Film College in Dänemark. Arbeitete als Commissioning Editor für die nationale litauische Rundfunk- und Fernsehanstalt (LRT), produzierte und koproduzierte mehrere preisgekrönte Dokumentarfilme. 2010-2012 war sie Vorsitzende des litauischen Produzentenverbandes. Seit 2013 ist Miskinyte im Vorstand des Litauischen Produzentenverbandes sowie an der Litauischen Filmakademie tätig.

Yulia Lokshina

Regisseurin
Geboren in Moskau, lebt und arbeitet in München. Seit 2011 Studium der Dokumentarfilmregie an der Hochschule für Fernsehen und Film München. Im Rahmen ihrer Arbeit am Forum Internationale Wissenschaft Bonn entstehen audiovisuelle Projekte an der Schnittstelle von Film und Wissenschaft. Ihr Film „Tage der Jugend“ (2016) verfolgt das Leben eines militär-patriotischen Jugendlagers an der russischen Fernost-Peripherie und wurde mit dem Starterfilmpreis 2017 der Stadt München ausgezeichnet.

Bettina Nürnberg

Regisseurin
Geboren 1976 in Mannheim, studierte Kunst und Film an der Hochschule für bildende Künste Hamburg. Arbeitet mit Dirk Peuker zusammen. Das Duo wurde mit mehreren Stipendien ausgezeichnet. Ihre Arbeiten liefen bei zahlreichen Festivals weltweit, u.a. bei dem Rotterdam International Film Festival, den Kurzfilmtagen Oberhausen sowie dem International Film Festival Karlovy Vary.

Dirk Peuker

Regisseur
Geboren 1970 in Friedrichroda, studierte experimentelle Filmgestaltung an der Universität der Künste Berlin und bildende Kunst an der Akademie der bildenden Künste Wien. Arbeitet mit Bettina Nürnberg zusammen. Das Duo wurde mit mehreren Stipendien ausgezeichnet. Ihre Arbeiten liefen bei zahlreichen Festivals weltweit, u.a. bei dem Rotterdam International Film Festival, den Kurzfilmtagen Oberhausen sowie dem International Film Festival Karlovy Vary.

Anna Bedyńska

Dokumentarfotografin, Regisseurin, Kamerafrau und Redakteurin
Arbeitet in zahlreichen sozialen Projekten, ist als Mitarbeiterin der größten polnischen Tageszeitung „Gazeta Wyborcza“ sowie als Dozentin für Pressefotografie an der Warschauer Universität tätig. Wurde mit dem World Press Photo Award ausgezeichnet. 2014 zog sie nach Moskau, wo sie die Schule für Dokumentarfilm und Dokumentartheater von Marina Razbezhkina und Mikhail Ugarov abschloss. Ihr Debütfilm "In Another World" gewann den Preis für den besten studentischen Dokumentarfilm „Kinoproba“, Russland 2017. In ihrer Arbeit legt sie besonderes Augenmerk auf den sozialen Wandel in der heutigen Gesellschaft. Sie wendet sich regelmäßig umstrittenen und sensiblen Themen zu, ihre besondere Aufmerksamkeit gilt der Rolle der Frau in der heutigen Welt.

Irina Busina

Regisseurin
Studierte Journalistik an der Moskauer Staatlichen Universität. Arbeitete beim Fernsehen. Absolvierte die Schule für Dokumentarfilm und Dokumentartheater von Marina Razbezhkina und Mikhail Ugarov.

Urte Alfs

Filmemacherin, Editorin
Geboren 1980 in Bad Oldesloe, Schleswig-Holstein. Studierte Montage an der Hochschule für Film und Fernsehen Potsdam-Babelsberg und im Gaststudium Medienkunst an der Kunsthochschule für Medien Köln. Auf der Suche nach den Möglichkeiten filmischen Erzählens, beschäftigt sie sich mit dem Weggeworfenen, dem Gefundenen und dem Körper als Archiv. Als Teil der Künstlerinnengruppe CALL setzt sie sich mit den Themen Kunst und Feminismus auseinander.

Maria Sorokina

Regisseurin
Studierte Journalistik an der Moskauer Staatlichen Universität und absolvierte die Höheren Kurse für Regisseure und Drehbuchautoren in Moskau. 2014 drehte sie ihren Debütfilm „Das Wochenende“, der über die Arbeit von freiwilligen HelferInnen in sozialen Projekten erzählte. 2017 erschien ihr Film „Variation for A Grand Piano“, der im Programm des diesjährigen „Territorium Film“ präsentiert wird.

Ann Carolin Renninger

Regisseurin
Geboren in Flensburg, studierte Kulturwissenschaften, Philosophie und Journalistik an den Universitäten Leipzig, Straßburg und Paris. 2006-2008 Leitung von DOK Industry, der Koproduktions/Branchenplattform von DOK Leipzig. Seit 2008 Mitarbeiterin bei zero one film in Berlin im Bereich Produktion und Entwicklung. 2010 gründete sie ihre eigene Produktionsfirma joon film, mit der sie sich auf experimentelle und künstlerische Filme spezialisiert hat.

René Frölke

Regisseur, Cutter, Kameramann
1978 in der DDR geboren, arbeitet seit mehreren Jahren als freiberuflicher Cutter und Kameramann. 2007 nahm er ein Studium der Medienkunst in Karlsruhe auf, was er 2012 abbrach. 2010 realisierte er seinen ersten eigenen Langdokumentarfilm „Von der Vermählung des Salamanders mit der grünen Schlange“. Der Film "Le beau danger" wurde im Frühjar 2014 auf der Berlinale gezeigt. René Frölke lebt in Berlin.

Alina Rudnitskaja

Regisseurin, Autorin, Kamerafrau
Alina Rudnitskaja wurde 1976 nahe Murmansk geboren. Sie studierte Informatik an der Akademie für Raumfahrt. Einige Jahre später nahm sie ihr Regiestudium an der Universität für Kultur und Kunst in Sankt Petersburg auf und schloss es 2001 ab. Seit ihrem Debüt in 2002 drehte sie mehrere Filme, die international ausgezeichnet wurden, u.a. in Leipzig, London, Madrid, Oberhausen, Paris, Toronto, Sankt Petersburg und Moskau. Sie ist Trägerin des Russischen Nationalen Preises «Lawrowaja wetw» für Dokumentar- und Fernsehfilm sowie des Preises der russischen Gilde der Filmkritiker „Bely slon“.

Rainer Komers

Regisseur
Geboren 1944 in Guben. Filmstudium an der Kunstakademie Düsseldorf, Meisterschüler. Filmprojekte in Alaska, Indien, Japan, Jemen, Kalifornien, Lettland und Montana; Festivaleinsätze in 35 Ländern. „Nome Road System“ wurde mit dem Deutschen Kurzfilmpreis 2004 ausgezeichnet, „B 224“ mit dem Hessischen Filmpreis 2001, „Zigeuner in Duisburg“ mit dem Preis der Deutschen Filmkritik 1980. Ferner: Texte, Lyrik, Word Art und Filmseminare. Lebt in Berlin und Mülheim an der Ruhr.

Leonid Nikitinski

Journalist, Schriftsteller, Drehbuchautor, Produzent
Geboren 1953. Ist als Redaktionsmitglied der Zeitung „Nowaja Gaseta“ in Moskau, Sekretär der russischen Journalistenunion (seit 2008) sowie Mitglied des Menschenrechtsrats beim russischen Präsidenten tätig. Der promovierte Jurist schreibt für verschiedene Medien über Justiz und Strafverfolgungsbehörden. In seinen Publikationen setzt er sich mit den Wechselbeziehungen zwischen Individuum, Zivilgesellschaft und Staatsmaschine. Er ist Autor des Drehbuchs für den Spielfilm „Gesetzlosigkeit“ (1989), Autor des Romans „Beratungsgeheimnis“ (2008), Produzent und Drehbuchautor des Films „Katastrophe“ (2016). Nikitinski wurde mit dem dem Goldenen Ehrenzeichen "Öffentliche Anerkennung" (1999) sowie mit dem Medienpreis "Goldene Feder" (2005) geehrt.

Denis Viren

Filmwissenschaftler, Übersetzer
Schloss das Gerassimow-Institut für Kinematographie (WGIK), Fakultät Drehbuch und Filmwissenschaft ab. Arbeitete als Redakteur der Zeitschrift „Kinowedtscheskie zapiski“ sowie als Filmexperte für das Polnische Institut Moskau. Er ist leitender Forscher am Staatlichen Institut für Kunstwissenschaften und hat einen Doktortitel in Philosophie. Von der russischen Gilde der Filmwissenschaftler und Kritiker wurde er mit dem Diplom in der Nominierung "Geschichte des internationalen Films" ausgezeichnet.